Etwas und vieles, vor, während und nach der Saison 2017/2018 bei der HSG Hungen/Lich aus der Sicht vom alten und neuen Hallensprecher Andreas Kümpel

Während meiner Schulzeit, meine Güte, das sind schon ein paar Jahre her, lernten wir im Deutschunterricht, wie sich ein Aufsatz über ein bestimmtes Thema aufzugliedern hat. Informativ thematische kurze Einleitung, erläuternder Hauptteil, Ergebnis oder Fazit am Schluss. Die negativen Argumente oder Tatsachen sollten als erstes im Hauptteil niedergeschrieben werden und dann alles Gute und Schöne, was einem persönlich an der zu erläuternden Angelegenheit gefällt.

Dies alles kann ich bei dieser mir selbst gestellten Aufgabe nicht einhalten. Dazu sind die einzelnen „Unterthemen“ teilweise zu komplex. Außerdem möchte ich einen Punkt nach dem anderen ansprechen und nicht nach Schlecht und Gut sortieren. Dies alles natürlich nur aus meiner Sicht. Sicherlich wird es andere Meinungen zu bestimmten Tatsachen geben, doch das soll mich im Moment nicht interessieren. Diskutieren, in ruhiger und entspannter Lage, kann man anschließend immer noch, nachdem diese Zeilen eventuell dort erschienen sind, wo sie auftauchen sollten, so wie ich es mir vorgestellt habe.

Hallensprecher

Im Großen und Ganzen konnte ich während der letzten Saison meinen Job als Hallensprecher, meist von der „Kanzel“ in der Stadthalle sowie als Vertretung meines überaus geschätzten Kollegen aus der „Garage“ in Lich, ohne größere Versprecher (Freudsche Fehlleistungen) oder Falschvortrag gewisser, für die mittelhessische Zunge schwer auszusprechenden Namen, durchführen. Es gab einige humorvolle Situationen aber auch traurige Szenen während vielen Handballspielen in den unterschiedlichsten Klassen und Altersstufen. Bis auf eine Ausnahme verhielten sich die Zuschauer fair gegenüber den Unparteiischen oder den gegnerischen Spielern. Eben diese eine Ausnahme. Die selbst ernannten Fans eines gewissen Vereins aus der Wetterau (darunter auch Schiedsrichter), benahmen sich, als wären die Wörter Erziehung oder zivilisiertes Benehmen noch nie in den Gehirnwindungen diverser Köpfe aufgetaucht. Beleidigungen nach fast jedem Pfiff! Traurig! Die Konsequenz aus solchen Aktivitäten: Es kommt dann immer öfters vor, dass junge Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter diese doch für uns Handballer so wichtige Funktion nach erfolgreicher Ausbildung, Prüfung, ganz schnell wieder aufgeben. Es hat keiner nötig, sich von irgendwelchen asozialen Zuschauern auf die unwürdigsten Weisen beleidigen zu lassen. Während meiner aktiven Zeit habe ich auch einmal gebrüllt: „Schiedsrichter Telefon!“ Das war keine Beleidigung. Eher ein Hinweis. Doch was heute da von den Rängen auf die Unparteiischen herunterprasselt, ist „tiefste Schublade“. Für einen Spruch von mir als Spieler beim vorbeilaufen am „Mann in schwarz“, „du pfeifst auch nur offene Brüche“, gab es nicht nur eine Zweiminutenstrafe, sondern auch noch zehn D-Mark Strafe in die Mannschaftskasse. Dann überlegt man sich beim nächsten Mal der Unzufriedenheit über eine Schiedsrichterentscheidung, doch besser die Klappe zu halten und sich auf das Handballspiel zu konzentrieren. Geldstrafen für die Heimvereine, wenn sich die Schiedsrichter während eines Spiels richtig angegriffen oder beleidigt fühlen, könnten vielleicht die Misere um die fehlenden Spielleiter lindern. Es müssten sich in diesem Fall, um Geldstrafen zu vermeiden, Ordner um die randalierenden „Krawallos“ kümmern. Ob es aber tatsächlich hilft ? Ist dies überhaupt durchzuführen ? Ich weiß es nicht. Vielmehr müsste der „Handballtribünen-Knigge“ noch deutlicher den Fans eingehämmert werden. Ich versuche es vor jedem Spiel, die Zuschauer darauf hinzuweisen. Manchmal wirkt es, manchmal aber auch nicht. Wie bei dem einen Spiel unserer ersten Männermannschaft gegen eine Mannschaft aus der fruchtbaren Gegend südlich von Hungen. Da half nichts.

Minis, Midis, Maxis

Ein „Highlight“ für mich bedeutete das Begleiten der Miniturniere. Unsere Gäste, hier meine ich mehr die Eltern, Verwandte der Kinder, fanden es vorzüglich, wie wir als Verein diese Tagesevents durchorganisierten. Hier wurden nicht nur die einzelnen Spiele stur absolviert, sondern in den Pausen mit Musik und situationsbedingt mit Kommentaren durch das Mikrofon begleitet. Die Kinder bekamen für ihre gezeigten Leistungen anstatt einer Medaille eine betextete Urkunde mit Foto von der eigenen Mannschaft am Ende des Turniers zur Erinnerung an diesen Tag überreicht. Dass die Produktion dieser Urkunden zeitnah während eines Turniers viel Arbeit als auch Stress bedeutet, muss einmal deutlich gemacht werden. Aber auch die perfekte Organisation wurde mit großem Beifall bedacht. Für mich persönlich fand der absolute Höhepunkt am Ende eines Turnierabschnitts (Minis, Midis, Maxis) statt. Da saßen alle jungen Spielerinnen und Spieler nach Vereinen getrennt hintereinander in der Mitte des Spielfeldes, schauten mich mit ihren großen Kinderaugen erwartungsvoll an, antworteten mit Witz und Wahrheit auf meine Fragen. Die Eltern und Betreuer standen um das Feld herum, hörten aufmerksam zu, freuten sich mit ihrem Nachwuchs, waren selbst äußerst zufrieden und bereuten es nicht, ihre kostbare Freizeit zusammen mit ihren Kindern bei uns in der Sporthalle verbracht zu haben. Wenn alle zufrieden dann wieder nach Hause gehen, weiß ich, wissen wohl alle der Organisatoren und Helfer des Tages, für wen und was sie sich aufgeopfert haben.

An dieser Stelle muss ich nochmals alle Trainer und Betreuer von Minimannschaften aller Vereine nennen. Danke für Eure „Arbeit“ mit den Kids. Ohne Euch, ohne Eure Geduld und vieles andere gebe es den deutschen Handball nicht mehr.

Es gab aber auch Szenen, die mich nachdenklich stimmten. Während die Tochter auf der „Platte“ dem Ball hinterher lief, blätterte die Mama äußerst aufmerksam die Apps auf ihrem Handy durch. Bescheuert!

Ein Zeichen der guten Nachwuchsarbeit in unserem Verein zeigte auch die Tatsache, dass noch nie so viele Kinder die Trainingseinheiten in Lich als auch in Hungen besuchten wie in dieser Saison. Hoffentlich bleibt dieser Trend unserem Verein treu.

Männliche Jugend

Im männlichen Jugendbereich hatte die HSG Hungen/Lich bisher ein paar Lücken aufzuweisen. Das besserte sich zusehends! In der Saison 2017/2018 konnten fünf Mannschaften der unterschiedlichsten Altersklassen gemeldet werden. Eine A-Jugend war leider nicht dabei. Durch teilweise dünne Spielerdecken mussten jüngere Spieler bei den Älteren aushelfen. Dies wurde aber mit Bravour vollbracht. Auch der Spagat zwischen talentiertem Leistungshandball, welchen einige Vorstandsmitglieder vorantreiben wollen, und dem „Just-for-fun-Handball“, wurde eindrucksvoll gemeistert (männl. D eins und männl. D zwei). Die D 1 wurde in der Bezirksoberliga überragend mit nur einem Minuspunkt Bezirksmeister. Einen sehr guten zweiten Rang erreichte die C-Jugend in der Bezirksliga A, Gruppe Süd. Mit einem dritten Platz beendeten die Jüngsten im männlichen Bereich, die E-Jugend, ihre Saison in der Bezirksliga B, Gruppe Süd. Ebenfalls mit einem dritten Platz in der Schlusstabelle wurde die B-Jugend in der Bezirksliga B, Gruppe Süd, belohnt. Die „D II“ hatte ein wenig mehr zu beißen, errang aber trotzdem noch einen sehr guten sechsten Tabellenrang in der Bezirksliga A, Gruppe Nord.

Viel wichtiger als gewonnene Punktspiele ist für mich der Zusammenhalt dieser Truppen. Verlieren muss man auch lernen und können. Es tut manchmal weh, aber es ist eine Erfahrung, die gesammelt werden muss und prägt. Und das schweißt eine Mannschaft zusammen. Was nutzt eine Meister-Truppe in der C-Liga, die gut und gerne auch Bezirksoberliga spielen könnte. Vorgetäuschte Tatsachen! Eine Saison später: Die gleiche Mannschaft (Meiser C-Liga, jetzt höher angesetzt), die dann nach den ersten beiden verlorenen Spielen abgemeldet werden musste. Die einzelnen Spieler konnten absolut nicht verlieren, waren erfolgsverwöhnt, und gaben den Handballsport spontan auf. Falsche Charakterschule der Verantwortlichen.

Weibliche Jugend

Mit der nächsten Abteilung stand und steht die HSG Hungen/Lich fast alleine auf weiter Flur in der mittelhessischen Handballlandschaft. Ich meine die Jugendarbeit im weiblichen Bereich. Bedingt durch überaus großes Interesse der Einheimischen an unserem Sport. Neun Mannschaften, von der E- bis zur A-Jugend, besiedelten die unterschiedlichsten und obersten Ligen. Mit viel Engagement meisterten die Verantwortlichen die große Herausforderung. Talent, Trainingsfleiß und die dazugehörenden kompetenten Übungsleiter führten die jungen Damen zu überdurchschnittlichen Endergebnissen in den Abschlusstabellen. Zum Thema „Talent“ komme ich später noch einmal etwas direkter. Es wachsen im weiblichen Jugendbereich drei Altersklassen heran, die man ohne Weiteres „goldene Jahrgänge“ nennen kann. Der letzte „goldene Jahrgang“ schrieb sich in die Geschichtsbücher ein, auch dank der Übungsleiter/innen. Die weiblichen A-Jugenden errangen drei Jahre hintereinander die Hessenmeisterschaft und durften sogar nach einer Saison um die Bundesligaqualifikation kämpfen. Ein Erlebnis, was nicht nur für die einzelnen Spielerinnen unvergessen bleiben wird. Doch kommen wir zurück auf die vergangene Saison. Der Einfachheit halber alle Endergebnisse in nachfolgender Auflistung:

Weibl. Jugend E II                    Bezirksliga C     4.

Weibl. Jugend E I                     Bezirksliga A     1. und Bezirksbeste.

Weibl. Jugend D II                    Bezirksliga B     4.

Weibl. Jugend D I                     Bezirksoberliga5.

Weibl. Jugend C III                   Bezirksliga B                 4.

Weibl. Jugend C II                    Bezirksoberliga1. und Bezirksmeister

Weibl. Jugend C I                     Oberliga Gr. Nord         1. und Nordhessenmeister

Weibl. Jugend B                       Bezirksoberliga4.

Weibl. Jugend A                       Oberliga                      3.

Diese erbrachten fantastischen Ergebnisse wurden mit Spielerinnen erzielt, die zu 95% in Lich, Hungen und den Ortsteilen beider Städte beheimatet sind. Bei der männlichen Jugend ist das nicht anders. Wir wollen und können es uns nicht leisten, nur wegen unbedingt zu erreichenden Meisterschaften, Spielerinnen aus anderen Vereinen abzuwerben oder finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Das haben wir nicht nötig, werden es in Zukunft nicht und können es uns nicht leisten. Neuzugänge, egal im männlichen oder auch weiblichen Bereich, sehen wir natürlich sehr gerne. Diese kommen aber aus freien Stücken zu uns, weil es sich herumspricht, dass die Infrastruktur bei der HSG Hungen/Lich stimmt. Wir können drei Sporthallen für die Trainingseinheiten bieten, führen unseren Verein sehr familiär und vieles mehr.

Wir haben das unverschämte Glück, Übungsleiter in unseren Reihen zu präsentieren, die mit „dem jungen Gemüse“ umgehen können, Einfühlungsvermögen und den dazugehörenden Handballverstand besitzen, um die vielen „Rohdiamanten sanft zu schleifen“. Dazu gesellen sich die Abteilungsleiter, die ebenfalls mit großem Sachverstand die einzelnen Sparten mit leicht gestrafften Zügeln führen.

Talent

Jetzt komme ich auf das bereits angesprochene Schlagwort, was ich am Anfang dieses Abschnittes angesprochen habe: Talent. Nach der Saison 2016/2017 verließen uns fast alle jungen Damen der A-Jugend, um ihr Glück oder ihr Können bei höherklassig angesiedelten Vereinsmannschaften in der näheren geografischen Umgebung zu suchen, zu zeigen. Das tat mir in der Seele so weh, dass ich meinen Posten damals am liebsten hingeschmissen hätte. Ich besann mich aber eines besseren. Denn was können die vielen anderen aktiven Handballerinnen und Handballer bei der HSG Hungen/Lich dafür, dass nicht nur die „talentierten Leistungsträger“ den Verein wechselten, sondern auch … . Nichts. Ich will mich diesbezüglich einmal so ausdrücken: Auf der einen Seite haben die jungen Damen Recht, wenn sie meinen, dass ihr handballerisches Können für höhere Aufgaben geschaffen ist. Manche überschätzen sich auch. Vielleicht lagen die Gründe zum Wechseln auch an Unstimmigkeiten mit irgendwelchen Leuten in und um die HSG. Es herrscht nicht immer heiterer Sonnenschein in einem Verein. Ich weiß es nicht. Im Grunde genommen ist es doch so, dass unsere schnelllebige Zeit es einfach nicht zulässt, geduldig, im aktiven Bereich, eine Saison nach der anderen aufzubauen. Vielleicht jedes zweite Jahr aufzusteigen, um dann selbst höherklassig und mit stolz eine Frauenmannschaft in den hessischen Oberligen oder noch höher zu präsentieren. Das einzelne Individuum hat keine Zeit mehr, neben der beruflichen Ausbildung auch noch, ja, sagen wir mal die längerfristig geplanten Aufstiege zu unterstützen. Höherklassig muss man heute spielen und nicht morgen. Gelder spielen da vielleicht auch eine Rolle. Für das Morgen bleibt da keine Zeit mehr. Das globale Zeitalter hat dazu eine Charaktereigenschaft bei den Menschen verschwinden lassen, die es zu meiner aktiven handballerischen Tätigkeit noch gab: Heimattreue. „Moment einmal“, höre ich da einige widersprechen, „du hast doch auch den Verein gewechselt!“ Das ist richtig. Dies war aber nach meiner besten Leistungszeit. Ich war bereits ein „Ü30iger“. Weitere Gründe muss ich an dieser Stelle nicht aufführen. Insider wissen es. Das war Anfang der 90er des letzten Jahrhunderts. Und … ich bin immer noch für Hungen/Lich tätig, obwohl ich in Gießen wohne. Auch habe ich finanzielle Mittel, die mir zwischenzeitlich von anderen großen Vereinen Hessens angeboten wurden, abgelehnt. Als Gasthallensprecher bin ich zwar ab und zu, nicht ständig, für eine andere HSG gegen Entgelt tätig, aber auch nur dann, wenn absolut keine Spiele in Hungen oder Lich von meinem „Herzverein“ stattfinden.

Wenn alle zurzeit noch aktiven Handballerinnen und Handballer, die in Lich oder Hungen ihre Kindheit verlebten, das Handballspiel erlernten, dort zum größten Teil auch noch wohnen, bei der HSG ihrem Hobby nachgehen würden, könnten wir den „großen“ Vereinen in der näheren Umgebung aber deutlich Paroli bieten. Tja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre. Aber so ändern sich nicht nur die Zeiten, sondern auch die Menschen. Und das kann wohl keiner verhindern. So ist es eben. Auf einer der großen Internetseiten schrieb einmal die „Freundin“ einer bestimmten Gruppe: „Glückwunsch zur Oberligameisterschaft. Später könnt ihr dann die Früchte Eurer Arbeit ernten“. Ich schrieb zurück: „Diese ernten dann die anderen Vereine“ (Anmerkung: Deren Jugendarbeit teilweise für‘n A… ist).

Männer

Nächster Rückblick: Die Herren der Schöpfung. Die zweite Männermannschaft, eine Mischung aus etwas „älteren Kämpen“ und „jungen Burschen“ versuchte nun schon im zweiten Jahr nach der Gründung der „Zwoten“ die Bezirksliga D, Gruppe Süd, in Richtung Bezirksliga C zu verlassen. Dies gelang beim zweiten Anlauf wieder nicht. Rang sieben war das Endergebnis. Ich muss dazu deutlich schreiben, dass die gegnerischen Mannschaften bei den Rundenspielen einfach besser oder cleverer waren. D-Klasse heißt, dass viele „alte Hasen“, früher höherklassig erfolgreiche Spieler oder auch komplette Mannschaften, sich altersbedingt aus den Oberligen zurückziehen, um sich nur noch zum Zeitvertreib ein wenig den Ball zu zuwerfen. Dass diese eingespielten Teams, je höher das Durchschnittsalter umso „ausgebuffter“ sind die Burschen, unseren „Zwoten“ oft „das Bein stellten“, kann man schon am Tabellenplatz erkennen. Einzelne Spieler durften während der Runde bei unserer „Ersten“ aushelfen, als es da zu verletzungsbedingten oder beruflichen Ausfällen kam. Dies ist die wichtige Pflicht einer zweiten Mannschaft. Deshalb darf diese Reserve auch nicht stiefkindlich behandelt werden. Dies gilt im männlichen wie auch im weiblichen Bereich. Dieser Unterbau ist sehr wichtig, denn das Handballspiel ist athletischer, schneller geworden. Ein paar Regeländerungen haben auch dazu geführt. Deshalb sind die Verletzungszahlen so hoch wie nie.

Zu meiner aktiven Zeit war eine langwierig auszukurierende Verletzung eher eine Seltenheit. Ausgerechnet mich hat es 1985 erwischt. Damals die rühmliche Ausnahme.

Zum Schutze unserer „Zwoten“ muss ich unbedingt noch hinzufügen, dass ich ein paar Spiele in der D-Klasse Gruppe Nord beobachten durfte. Unsere Jungs wären schon aufgestiegen, wenn sie dort auf Punktejagd gehen würden. So groß ist tatsächlich der Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Unsere erste Männermannschaft erreichte im zweiten Jahr ihrer Bezirksoberligazugehörigkeit für viele der Fachleute und der „sechs Siebengescheiten“ einen unerwarteten vierten Tabellenplatz. Diese Truppe, gebeutelt von den bereits angesprochenen Verletzungen und beruflich bedingten Ausfällen, unter der Leitung eines Münzenbergers, einem absoluten zweifachen Glücksfall in Sachen Traineramt bei der HSG Hungen/Lich, spielte teilweise wie aus einem Guss einen schnellen und publikumswirksamen Handball. Dann gab es Spiele, die man schnellstens aus dem Gedächtnis streichen sollte. Aber so ist nun einmal ein Mannschaftssport wie Handball. Man kann eben nicht jedes Wochenende ununterbrochen die Höchstleistung auf die Minute abrufen. Das ist menschlich und absolut in Ordnung. Weiter möchte ich auch nicht auf diese sympathische Truppe eingehen. Macht weiter so und habt Spaß am Handballspiel.

Interesse

Etwas anderes stieß mir aber bei immer weiterem Fortlauf der Saison sauer auf. Auch bei den Spielen der Damenmannschaften: Das nachlassende Zuschauerinteresse. Am Anfang der Saison waren die Zuschauerränge noch gut besetzt. Weltklassebesuch beim „Handball auf Wolke sieben“. Aber darum geht es nicht. Als unsere Aktiven nach einem Höhenflug auf den Boden der Realität zurückgeholt wurden, blieben auch die heimischen Zuschauer aus. Brauch eine Mannschaft nicht die Unterstützung von den Rängen, wenn es einmal nicht so gut läuft ? Mehr möchte ich nicht schreiben. Bis auf eines, dass unsere einheimischen Zuschauer vielleicht verwöhnt von den „gestrigen“ überragenden Erfolgen sind. Schließlich kann man(n) oder Frau nicht jedes Jahr um den Aufstieg oder eine Meisterschaft spielen. Das ist auch wieder eine Charaktersache oder anders umschrieben: Wie stehe ich zu meinem Verein ? FC Bayern München Mentalität: Nur gewinnen ist wichtig. Oder aber Werder Bremen Zugehörigkeit: Dabei sein ist alles, in guten wie auch in schlechten Zeiten.

Frauen

Die zweite Damenmannschaft, angesiedelt in der Bezirksliga A, wollte eigentlich das gute Gesamtergebnis des Vorjahres wiederholen. Aber irgendwie stimmte die „Chemie“ zwischen Trainer und Mannschaft nicht mehr. Irgendwann trennte sich die Mannschaft von dem Übungsleiter und zwei „Eigengewächse“ übernahmen die Verantwortung. Und siehe da, der Spaß am Handball kehrte zurück. Ausfälle von Torhüterinnen, sei es durch Verletzung oder dem Fortsetzen der Handballergenerationen, wurden durch den Einsatz von bestimmten Feldspielerinnen kompensiert. Egal, wer da auch frisch im Tor stand, gab sein Bestes. Die Mannschaft raufte sich zusammen. Nach anfänglichen Missverständnissen in den Spielabläufen fanden die Damen zum bewährten Rezept zurück: Eine für Alle, Alle für Eine. So zeigten sie zum Beispiel der Reservemannschaft eines heutigen Damenzweitbundesligisten, dem absoluten Favoriten dieser Begegnung, wer der Herr im Hause ist und gewannen deutlich die Partie. Auch halfen bestimmte Spielerinnen der ersten Damenmannschaft gerne aus, als dort Personalknappheit herrschte. Zum guten Schluss konnten sich die Damen der Zweiten noch auf einen guten neunten Rang in der Abschlusstabelle platzieren. Tolle Leistung unter all den unvorhersehbaren Umständen. Ein Dankeschön geht noch an ein paar A-Jugendliche Damen und aus der ersten Mannschaft, die, wenn es die Situation und das Regelwerk zuließ, sich nicht zu schade waren, auszuhelfen.

Stellt Euch mal vor, die teilweise prominenten Abgänge aus der weiblichen A-Jugend hätten unsere erste Damenmannschaft weiterhin unterstütz und wären mit auf Torejagd gegangen. Das Abstiegsgespenst wäre nie in Erscheinung getreten. Eher eventuell eine Wiederaufstiegsparty. Wenn das Wörtchen „wenn“ … Aber es sollte ganz anders erfolgen. Ein neuer Trainer übernahm das Zepter. Keine leichte Aufgabe für den Balljongleur aus der ersten Männermannschaft der HSG. Doppelbelastung. Doch mit Hilfe eines erfahrenen Torwarttrainers, des eigenen Erzeugers und der Organisation einer bewährten Ex-Handballerin, wurde das Unternehmen „Klassenerhalt“ mit viel Willen, Kraft und dem Quäntchen Glück positiv abgeschlossen. Das Ganze unterstützt durch A-Jugendliche, die nicht nur einer Zweifachbelastung unterlagen, sondern auch schon bei einem damaligen Dritt- jetzt Zweitligisten mittrainierten. Was für ein Stress! Mit viel Kampf und auch Krampf errangen die Damen unserer ersten Frauenmannschaft einen glücklichen aber auch verdienten siebten Platz in der Abschlusstabelle der Bezirksoberliga.

Doch wie soll es weiter gehen mit den Damen I und II. Wandern weiterhin die Talente und Leistungsträger ab, sind wir auf den Zugang von auswärtigen Spielerinnen angewiesen, um die jetzigen Klassen zumindest zu halten. Ich schaue da ein wenig dunkelblau in die Zukunft. Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt.

Es gibt noch ein paar Punkte, die ich ansprechen könnte. Dies würde aber den Rahmen sprengen. Schließlich gibt es noch andere Autoren oder Verfasser, die ein paar Zeilen um und über die HSG Hungen/Lich und deren Mannschaften in dieser Saisonvorschau 2018/2019 schreiben möchten oder geschrieben haben. Ich persönlich würde gerne die HSG finanziell unterstützen, doch leider habe ich keinen Goldesel im Garten stehen, dem man in den Hintern tritt, damit er ein paar Goldstücke ausspuckt. Den Garten schon. So beschließe ich meinen „Aufsatz“ mit ein paar Lobeshymnen auf die Verantwortlichen und deren Helfer in meinem Lieblingshandballverein HSG HUNGEN/LICH. Vielen Dank für Eure aufopferungsvolle Arbeit beim Vorbereiten und Aufräumen der Spieltage in der DBS in Lich, der Stadthalle und der Sporthalle der Gesamtschule in Hungen. Vielen Dank für Eure perfekte Organisationen im vereinsinternen als auch im -externen Bereich. Ein Dankeschön geht an Alle, die sich irgendwie, irgendwann, irgendwo nicht zu schade waren oder sind, ein paar oder mehr Stunden ihrer Freizeit dieser „Familie“, diesem Verein, zu schenken. DANKE.

Andreas Kümpel

Hallensprecher der HSG Hungen/Lich, der altersbedingt schon zurückgetreten war. Der aber von einer guten „Seele“ des Vereins überredet wurde, für ein weiteres

   

Die nächsten Spiele  

Sonntag, 18.11.2018
13:00 wJA
HSG Bensheim/Au... : HSGWeibliche Jugend A - Oberliga


14:00 mJE II
TG Friedberg : HSGMännliche Jugend E - Bezirksliga B 18/19


14:30 wJE II
TSV E. Stadtall... : HSGWeibliche Jugend E - Bezirksliga A 18/19


14:45 wJE I
JSG Kirchhain/N... : HSGWeibliche Jugend E - Bezirksliga A 18/19


15:00 wJC I
HSG Dutenh./Mü... : HSGWeibliche Jugend C - Oberliga Nord


16:00 mJD II
TSV E. Stadtall... : HSGMännliche Jugend D - Bezirksoberliga 18/19


Samstag, 24.11.2018

12:50 wJB
TV Homberg : HSGWeibliche Jugend B - Bezirksoberliga


15:45 mJB
HSGMännliche Jugend B - Bezirksliga A Gr. 2
: TSV Griedel

16:15 wJD II
HSG K/P/G/Butzb... : HSGWeibliche Jugend D - Bezirksliga A Gr.1 18/19


17:30 Männer I
HSGMänner Bezirksoberliga
: HSG Pohlheim II

19:00 Frauen II
HSG Gedern/Nidda II : HSGFrauen Bezirksliga A


20:00 Frauen I
HSG Herborn/See... : HSGFrauen Bezirksoberliga


Sonntag, 25.11.2018

13:00 wJA
HSG Rodgau Nied... : HSGWeibliche Jugend A - Oberliga


17:30 Männer II
HSG Kleenheim-L... : HSGMänner Bezirksliga D - Süd

 

   
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